Da meine Versuche erfolgreich waren, möchte ich hier gerne eine Anleitung für den Bau einer Kreuzspindel (auch Türkische Spindel genannt) veröffentlichen. Hier sind natürlich der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Was man über das Prinzip wissen sollte – kurzer Überblick
Eine Spindel besteht aus einem längeren Stäbchen und einem Rotationskörper. Um nun einen Faden spinnen zu können, wird die Spindel in Rotation versetzt. Die Rotation oder auch Drall wandert dann den Faden hoch, der am Spindelstab befestigt ist und dreht die einzelnen Fasern zusammen. Natürlich dreht so eine Spindel leider nicht ewig, weshalb man sie wieder neu andrehen muss. Wenn man dann am Boden angekommen ist, wird der gesponnene Faden aufgewickelt und es geht wieder von vorne los. Um nun eine Spindel so lange wie möglich drehen zu lassen, muss man sich kurz einen physikalischen Überblick verschaffen. Solch ein System dreht lange, wenn seine Masse sich so weit wie möglich außen befindet. Ebenso benötigt man einen gewissen Durchmesser.
Dünne Garne können nur mit leichten Spindeln gesponnen werden, da sonst das Gewicht den dünnen Faden reißen lässt. Dickere Garne hingegen werden auf schwereren Spindeln gesponnen.
Was wird benötigt?
1 Rundholz Durchmesser ca. 4mm
1 dünne Holzleiste mit einer Breite von 2,4 cm
Bohrer mit passendem Aufsatz
(evtl. Holzleim)
=> Kosten: ca 4 Euro

(solche Hölzer bekommt man meistens in 1Meter -Abschnitten, daraus lassen sich gleich mehrere Spindeln basteln)
Wie geht man vor?
Um eine Spindel mit einem Gewicht von ca 23 Gramm zu bauen benötigt man 2 Leisten zu je 15 cm und ein Rundholz mit ca 30 cm. Die Leisten werden dann in Kreuzform zusammengeklebt (mittig!!) (sofern man die “normale” Abwickelmethode bevorzugt)

Wenn der Holzleim getrocknet ist (bitte die Gebrauchsanweisung beachten!) wird in die Mitte ein Loch gebohrt, dessen Durchmesser so groß ist wie das Rundholz.

Nun wird der Stab in das Loch gesteckt und das Kreuz wird noch ca 2cm hochgeschoben.
Sollte der Stab nicht fest sitzen, kann man ihn auch noch festkleben, damit er nicht rutscht.

Nun ist die Spindel fertig.
Für eine leichtere Spindel sollte man eine nicht ganz so Breite Leiste benutzen und die Länge der Kreuze etwas verkrüzen – jedoch nicht zu viel, da sonst die Spindel nichtmehr allzulange nachdreht.
Hier noch eine eigene Kreation mit Wollverstärkung an den Enden, damit die Kleine etwas länger nachdreht

Sammlungen
Hier noch eine kurze Sammlung an interessanten Links zum Handspinnen.
Flinkhand
Joy of Handspinning
Handspinngilde
Anleitung Handspindel (pdf)
Handspinn-forum
Blog zur Handspindel